Guten Tag
Herr Jung!
Ich habe schon
seit langem ein Frage:
Können Soldaten
immer noch, die sich verweigern am Scharfschießen
also eine klassische Befehlsverweigerung
mehrmals begehen, mit Arrest in der Zelle bestraft werden?
Ich persönlich
wurde 1968 wegen dieser Befehlsverweigerung zur 8 Tagen Zellenarrest
verurteil.
In den ersten
3 Tagen bekam ich nur ein Gesangbuch und eine Bibel als Zellenlektüre,
danach durfte ich auch z.B. Zeitungen und Bücher in die
Zelle bekommen.
Für mich
war das der Totale Widerspruch, zur Leuterung 3 Tage mich mit
Kirchenliedern und dem Evangelium beschäftigen zu dürfen,
nur weil ich nicht bereit war, mich zum TÖTEN ausbilden
zu lassen.
Dazu muss ich
erwähnen, dass ich ja einen Antrag auf Wehr-
dienstverweigerung gestellt hatte und ich in der ersten
Instanz Prüfung des Gewissens nicht anerkannt
wurde.
Die Begründung
lautete: Hauptschüler sind geistig nicht in der Lage wichtige
Entscheidungen wie das Gewissen, sich nicht zum Töten ausbilden
zu lassen in der vollen Tragweite zu verstehen- mit anderen Worten:
Hauptschüler können geistig nicht entscheiden, was
überhaupt ein GEWISSEN ist.
In der 2. Instanz
zur Feststellung meines Gewissen, hatte ich einen Beistand beauftragt,
der bei der Gewissensverhandlung
dabei war.
Da wurde mir
unter anderem auch die Frage gestellt: Würden sie den Wunsch
der Freunden auf dem Rummel, ihr eine
Plastikblume zu schießen, erfüllen?
Meine Antwort
war: Natürlich würde ich meiner Freunden diesen Wunsch
erfüllen.
Die Reaktion
der Person, die mir diese Frage gestellt hatte war: Sehen Sie,
da nehmen Sie doch auch ein Gewehr in die Hand und schießen.
Meine Antwort:
Ein Luftgewehr, mit dem ich auf dem Rummel auf ein Keramikröhrchen
schieße, ist nicht mit dem G3 Gewehr zu vergleichen, das
ausschließlich zum Töten in Einsatz kommt.
Bevor die 2.
Verhandlung stattfand, sollte ich wieder für weitere 10
Tage, wegen der Verweigerung des Schießbefehls bei der
Grundausbildungsprüfung in die Arrestzelle, sicher wieder
mit Gesangbuch und Bibel. Ich habe dann meinen Einspruch selber
verfasst und nicht mehr wie beim 1. Mal die angebotene Hilfe
eines Hauptmann von Zeschau in Anspruch genommen-
das brachte mich ja für 8 Tage in den Bundeswehr Knast!
In meinem Einspruchsschreiben
hatte ich auf diesen schweren Widerspruch hingewiesen und kundgetan:
Entweder fallen Bibel und Gesangbuch als einzige Lektüre
in den ersten 3 Tagen Knast weg, oder die Befehlsverweigerung
wird z.B. mit Küchendienst geahndet.
Wegen der Anerkennung
als Wehrdienstverweigerer wurde ich dann in Urlaub ohne Geld
und Sachbezüge geschickt.
Entlassen konnte
ich nicht sofort werden, weil ein gewisser Gefreiter mit Namen
Paukert, sich gerade in Urlaub befand und sonst niemand mit den
notwendigen Entlassungspapieren Bescheid wusste.
Ich bestand auf
sofortige Entlassung, weil ich mich ansonsten beim höheren
Dienstgrad beschweren wollte, was das hier für ein Sauladen
sei, wenn so ein Gefreiter Urlaub hat, keiner mehr Bescheid weiß.
1968 war ja auch
der Einmarsch der Russen in der Tschechoslowakei und in der Kaserne
in Sigmaringen haben die Führungskräfte völlig
holgedreht und uns aus den Betten geschmissen mit den Worten:
Der dritte Weltkrieg sei ausgebrochen.
Alle mussten
in der Kaserne bleiben, die Kantine wurde abgeschlossen- kein
Alkohol und mit Waffe die Kaserne sichern. Das war dann so, dass
die Kästen Bier und das
waren nicht wenige über den Zaun von Außen geliefert
wurden.
Alle, auch die,
die zum Sichern des Kaserenzauns mit ihrem G3 patrollierten waren
Stockbesoffen, was nicht weiter schlimm war, da ja keine scharfe
Munition ausgeteilt wurde. Auf meine Stube kam irgendwann ein
Feldwebel mit einem Kameraden, der geführt werden musste
von diesem Feldwebel, er war Sternhagel Blau. Der Feldwebel hat
einem anderen Kameraden den Befehl gegeben, die Wache zu übernehmen.
Dieser wollte sein G3 aus dem Schrank holen, was ihm nicht gelang,
weil er wegen gleicher starker Trunkenheit in den Schrank viel
und sich zum Schlafen entschied.
Das waren irre
Zeiten und zeigten sehr deutlich, zumindest 1968, wie es um die
Führungskräfte der Bundeswehr in schwierigen Situationen
bestellt war.
Ich war froh,
die Kaserne verlassen zu dürfen, mit ein Grund war auch,
dass mir strengstens verboten war, meine Kameraden auf Fragen
die mit Wehrdienstverweigerung zu tun hatten, nicht beantworten
durfte.
Ich wurde entlassen
und war wegen dem Bundeswehr Knast vorbetraft auf Bewährung.
Ein halbes Jahr
später, kam ein Polizist zu uns nach Hause, der vor der
Haustüre von meiner Mutter wissen wollte, ob hier ein Edward
Grossmann wohnt, dessen Bewährung Vorbestraft zu sein zu
Ende sei. Die Nachbarn haben ganz schön die Augen verdreht.
Doch ich bin
stolz als Vorbestrafter bei der Bundeswehr entlassen worden zu
sein.
Sich nicht
zum Töten ausbilden zu lassen finde nicht
nur ich sehr Ehrenvoll.
Meinen Ersatzdienst
in einem Heim habe ich dagegen sehr gerne gemacht und habe zu
diesem Heim noch heute einen sehr guten Kontakt.
Was mich natürlich
und das mit gutem Grund immer noch sehr verdrießlich macht:
Hauptschüler könnten kein Gewissen nachweisen!
Außerdem
finde ich auch die Einsätze der Bundeswehr im Ausland eher
menschenfeindlich und unwürdig, für ein Land, für
ein Volk, dass den 2. Weltkrieg zu verantwortet hat und wieder
gerne sich bei militärischen Einsätzen in meinen Augen
versündigt.
Adolf Hitler hat mit guten 50% die Macht Legal erhalten
und dadurch diese Häfte der Deutschen zu Mittäter gemacht!
Hätte ein
Adenauer eine Bundeswehr mit Neutralität vereitelt-
die DDR mit diesem Elend noch immer ausgestattet hätte es
nicht gegeben!
Wir Deutschen
haben die Oberpflicht nur mit allen Mitteln der Diplomatie am
Weltfrieden uns zu beteiligen- nie wieder mit Waffen Gegengewalt
erzeugen.
So denken sehr viele in Deutschland, doch wen interessiert das
schon? Unsere Politiker- außer den Linken???
Also nochmals
zu meiner Frage: Kommen die Soldaten,
die sich nicht zum Töten ausbilden lassen wollen, immer
noch mit Bibel und Gesangbuch die ersten 3 Tage in den Bundeswehr
Knast?
Ich frage deshalb,
weil sicher viele meiner Leser der HP
www.mensch-trau-dich.de
daran interessiert
sind.
Es wird also
von Ihnen Herr Jung eine klare Aussage zu meiner Frage erwartet,
der sich auch ein Veretidigungsminister nicht entziehen kann.
Einen lieben
Gruß aus der Mensch trau Dich Zentrale von
Edward Grossmann
Nachtrag!
Herr Jung!
Wer hat eigentlich das Hauptinteresse an diesen militärischen
Auslandseinsetzen, die den Bürgern ja nur vorgaukeln sich
für Frieden in den Regionen mit militärischer Macht
einzusetzen.
Das geht alles in die Hose Herr Jung, ob sie das wahrhaben wollen
oder nicht. So kann man keinen Frieden schaffen und den Menschen
die es betrifft wirklich helfen.
Eher sehe ich die Rüstungsindustrie, die natürlich
das größte Interesse hat, Waffen und das zu völlig
überzogenen Preisen zu verkaufen.
Es macht natürlich auch mehr Sinn, diese Waffen in realen
Einsetzen richtig zu testen.
Ich kann
mich noch an einen Skandal erinnern, wo
die Durchchlagskraft der G3 Munition an Schweinen
getestet wurde- war ne sau Schweinerei!
Nun kommen also diese Waffen in realer Situation zum Einsatz,
töten Menschen, doch das ist halt mal so.
Junge Menschen werden hier manipuliert und zum Abschießen
in den Einsatz geschickt.
Herr Jung!
Hand aufs Herz- würden Sie solchen
Einsetzen als Kanonenfutter sich ausliefern?
Früher waren die Feldherren noch in der 1. Reihe, Auge um
Auge, Zahn um Zahn, zu finden, haben sich an Glaubens-
kriegen, die meist aber nur Machtkriege mit Ausbeutung der Besiegten
zu tun hatten beteiligt. Das waren natürlich auch alle Narren
in krankhafter Natur.
Heute müssen wir alle Register ziehen, um den Menschen aufzutun,
sich nicht an solchen sinnlosen Einsetzen zu beteiligen, die
nur eine kranke Minderheit gut heißt, um
eigene Ziele durchzusetzen.
Und Herr Jung, was machen Sie, wenn keiner mehr bereit ist, sein
Leben sinnlos zu Opfern und jeglichen Einsatz im Ausland verweigert,
oder generell wenn alle nicht mehr bereit sind, für irgendwelche
Verteidigungsminister und "Vaterland" eine Uniform
anzuziehen und diesen Soldatenschwachsinn im 21. Jahrhundert
generell verweigert?
Doch Sie befürchten die totale Verweigerung sicher nicht,
da
es immer Menschen geben wird, die gerne ihre Gewaltsinne ausleben
wollen und dann als Soldat für Töten auch noch geehrt
und Medaillen zu erhalten, was in Friedenszeiten als Mörder
abgestempelt für viele Jahre ins Gefängnis führt.
Ja so ein Verteidigungsminister hat es nicht leicht, besonders
wenn er auch noch an Seinem Gewissen gemessen wird- macht es
Ihnen was aus, wenn Deutsche Soldaten für eine schwach-
sinnige Politik in diesen Auslandseinsetzen ihr Leben lassen,
verstümmelt zurückkommen und mit dem Erlebten nicht
mehr fertig werden?
Wenn ja, dann bitte die Macht die Sie haben positiv zu Einsatz
bringen und zu Auslandseinsetzen NEIN sagen- Gründe das
das der bessere Weg ist, sind genügend da- und die anderen
Abgeordneten brauchen auch nicht die Last tragen, als ind-
irekte Mörder angesehen zu werden.
Diesem Irrenhaus der weltweiten kriegerischen Auseinan-
dersetzungen können wir nur mit Vernunft begegnen- ja eben
nur mit Liebe- doch da hat sich schon einer vor über 2000
Jahren nicht nur die Zähne ausgebissen- nein man hat ihn
einfach ans Kreuz geschlagen, wo man nur hoffen kann,
dass er überlebt hat, was ja nicht ganz ausgeschlossen ist.
Gelernt und erkannt haben die kranken Machtbesessenen nichts
und so geht das Töten munter weiter- den jungen Menschen
werden Spiele mit Blutfließen ohne Ende als Übungsaufgaben
munter bereit gestellt- klar wir brauchen Tötungsmaschinen
die nicht lange fragen und dessen Gewis-
sen mit Zustimmung auch von unseren Politikern völlig abhanden
kommt.
Herr Jung,
wer soll denn dieses Irrenhaus eigentlich
abschaffen?
Und nochmals
einen lieben Gruß aus der Mensch trau Dich Zentrale von
Edward Grossmann
PS
In jedem Mensch steckt ein guter Kern- gar keine Frage und auch
in Ihnen steckt ein guter Kern- der möchte normalerwei-
se an die Oberfläche-
Herr Jung lassen Sie doch Ihren guten Kern die Oberhand gewinnen-
mein Wunsch zum Schluss
und natürlich für die Menschen im Land Ihre persönlich
Antwort an
Mensch
trau Dich!
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