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Erfahrungen mit einer Kreissparkasse!


von Christel Jungbluth

Ich war lange Kundin der Sparkasse, hatte nie finanzielle Probleme. Mein Konto war stets gut gefüllt.
Dann geschah folgendes:

Mein damaliger Arbeitgeber zahlte mir 2 Monate kein Gehalt, worauf ich fristlos kündigte und beim Arbeitsgericht klagte. Es wurden 2 Termine angesetzt, worauf der Arbeitgeber nicht erschien und der Richter zwei Versäumnisurteile zu meinen gemachten Angaben fällte. Ich meldete mich beim Arbeitsamt.
Nach Monaten, wo nichts passierte, leerte sich so langsam aber sicher mein Guthaben bei der Sparkasse. Ich erhielt die Nachricht, dass ich keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hätte, weil der Arbeitgeber keine Sozialabgaben abgeführt hätte. Nun wurde es eng für mich. Die Krankenkasse trat an mich heran und forderte von mir die Beiträge.

Als hätte ich eine Serie erwischt, schickte mir das Finanzamt auch noch einen Schrieb, wonach ich Zweitschuldner sei und ich die Einkommensteuern, die mein Arbeitgeber mir schon einmal abgezogen hatte, für das ganze Jahr von mir forderte. Selbstverständlich auch für die zwei Monate meiner Gehaltsforderungen, die ich eingeklagt hatte.

Ich nahm mir einen Anwalt, der mir allerdings auch erzählte, dass ich Zweitschuldner sei und dass die Forderungen legal seien. Er hatte vermutlich nur Angst, dass er von mir kein Geld bekäme und engagierte sich nur sehr zögernd! Daraufhin nahm ich meine Geschickte selber in die Hand.

Bis dahin hatte ich noch nie mein Konto überzogen, ging aber mit meinen Unterlagen zur Sparkasse und fragte um eine Überziehung meines Kontos nach. Für mich war das nie selbstverständlich, muss ich dazu sagen. Ja, selbstverständlich konnte und durfte ich überziehen. - Man regelte das sehr kulant und ohne grosses Trara. Ich war froh, wenigstens diesen Druck los zu sein und meine monatlichen Abgaben bestreiten zu können.

Derweil ging ich zum Finanzamt und zur Krankenkasse und legte dar, dass ich doch wohl kein Einkommen hätte. Wovon ich das wohl bestreiten sollte? Sie zeigten Einsehen. Ich war wohl überzeugend!

Man sagte mir zu, alles dranzusetzen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit der ehemalige Arbeitgeber zahlte!!
Schön und nach weiteren Wochen erhielt ich einen Anruf, dass die Sozialabgaben entrichtet wurden, ebenfalls die Einkommensteuer!! - Ich sofort zum Arbeitsamt, denn die konnten mir ja jetzt das Arbeitslosengeld auszahlen. Mein Anspruch war gesichert! - Es war inzwischen ein halbes Jahr vergangen - wo ich keinen Pfennig Geld erhielt - nur Aussenstände und Forderungen hatte!

Was ich dann mit dem Arbeitsamt erlebte, war die Krönung. Der ehemalige Arbeitgeber füllte das Formular nicht aus, wozu er nach dem Gesetz verpflichtet war! Die Urteile des Arbeitsgerichtes hätte ich ja praktisch erzwungen und alle Angaben stammten von mir. Die könnte sich ja jeder durch ein Versäumnisurteil beschaffen!! - Es ging so weit, dass ich mich mit dem Richter in Verbindung setzte, der sich am Ende noch für mich einsetzte! Ich hetzte ein wenig, dass man zwei richterliche Urteile wie ein Stück Klopapier einstufte. Das sagte mir der Typ dort wirklich. "Damit kann man sich den Hintern abwischen."

Nachdem 9 Monate vergangen waren, ohne dass die Angelegenheit abgeklärt war, erhielt ich auch noch von der Sparkasse eine Aufforderung, mein Konto innerhalb einer Woche auszugleichen, da sonst eine Kreditkündigung erfolgte. Um knapp 5.000 war mein Konto überzogen.

Hierzu muss ich sagen, dass ich immer wieder regelmässig meine Situation belegt habe und ich schon zwei Termine beim Arbeitsamt hatte, wo ich mir einen Scheck abholen konnte. Beide Termine wurden morgens telefonisch wegen neuer lächerlicher Gründe abgesagt. Ich wurde langsam irre. In meinem Beisein hatte der Richter den Sachbearbeiter aufgefordert, die Urteile anzuerkennen.

Ein Stück Papier eines unglaubwürdigen Arbeitgebers könne nicht höher eingestuft werden, als zwei richterliche Urteile. Der Arbeitgeber hätte dem ja entgehen können, wäre er einfach vor Gericht erschienen.

Auf einmal erhielt ich einen Brief vom Amtsgericht, von einem Nachlassverwalter, dass er mir ca. 7.000 Taler auf mein Konto überwiesen hätte. Meine Schwester hatte einen Nachlass von einer verstorbenen Tante für mich geregelt. - Diese Summe sollte mich retten und ich war wieder gut im Plus!
Hoch erhobenen Hauptes ging ich zur Sparkasse, wies auf das böse Schreiben hin und erwiderte, das Geld für die Deckung des Kontos, aus einer Erbschaft kommend, bereits unterwegs sei. Ausserdem wäre die Angelegenheit mit dem Arbeitsamt ebenfalls endlich abgeklärt! Alles trudelte innerhalb einer Woche ein!

Der Typ, der mich schon so lange kannte, schaute mich richtig herablassend und geringschätzend an. Statt mal auf mich einzugehen, legte er noch eine Drohung hinterher, die ich bis heute nicht vergessen habe!

Und wirklich - beide wirklich grossen Summen kamen fast am gleichen Tag an. Nachzahlung für 9 Monate und die Erbschaft! - Ich ging erhobenen Hauptes zur Sparkasse, bat um die Kontoauflösung und Auszahlung des Guthabens und sagte zum Abschied, dass ich sie dementsprechend weiter empfehlen werde.

Hätte ich mich damals auf einen Anwalt verlassen, der sich nur nicht traute, NEIN zu sagen, weil ich in Geldnot, in einer Zwangslage war. Hätte ich nicht selber alle Möglichkeiten ausgeschöpft, wie mit dem Richter zu sprechen, mit der Krankenkasse, mit dem Finanzamt, wäre ich innerhalb von 9 Monaten vor die Hunde gegangen!

So etwas kann einem passieren! Und hinterher
fragt jeder, warum man sich denn nicht davon
überzeugt hat, dass der Arbeitgeber auch alles
abführt? Mal im Ernst. Habt Ihr jemals von einem
Arbeitgeber einen monatlichen Nachweis
(Quittung) angefordert? -
Im Ernstfall ist man tatsächlich Zweitschuldner!

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ERFAHRUNGEN MIT BANKEN

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