Der Sozialticker Presseticker
Ein Test, der schockierte !
Die Jobcenter, sowie auch die
Politik - sind der Meinung, dass "Arbeitslose" doch
jede zumutbare Arbeit annehmen sollen. Ja auch Niedriglöhne
stellen keinen wichtigen Grund zu einer Ablehnung der Arbeit
dar. Doch wie läuft es wirklich ? Der von vielen Argen bereitgestellte
"SIS" (Stellen Information Service) beinhaltet sehr
oft bereits abgelaufene und ungeprüfte Stellenangebote.
Wichtig scheint nur, möglichst viele Arbeitsangebote im
System zu finden. Die Seriosität der Angebote wird oft nicht
geprüft oder hinterfragt - jedoch sanktioniert. Findet man
in diesem System keine Arbeit, wird man aufgefordert, sich übers
Internet oder Printmedien die nötige Informationen zu besorgen.
Also gut, dann informiert wir
uns doch mal in den Printmedien !
In mehreren großen Tageszeitungen,
hat der Sozialticker ca. 40 angeblich vorhandene Stellenangebote
zum Test ausgewählt. Der Sozialticker machte sich die Arbeit
und rief bei allen angegebenen Festnetznummern der Anbieter an.
Dabei wurde gleich festgestellt, dass es nicht einmal 0,5% stellentaugliche
Angebote gibt und sich hinter den Angeboten zum Teil rechtlich
bedenkliches verbirgt. Überwiegend wurden Jobs auf Selbständigen-Basis
und Billiglohn-Jobs angeboten, mit denen man (auch als Single)
keinen eigenen Haushalt führen kann und weiterhin auf zusätzliche
staatliche Leistungen angewiesen ist. Sogar Angebote, wo auf
Steuerkarten verzichtet und zum Teil sogar Schwarzarbeit angeboten
wurde, waren keine Seltenheit.
Im Bereich Vertriebspersonal
wurden bis zu:
* 66% nur an "selbstständig
Tätige" vergeben.
* 34% über Zeitarbeitsfirmen mit Löhnen weit unterhalb
8,- Brutto angeboten.
Kaufmännische Berufe, werden
mit Bewerbern dermaßen bombardiert, dass man fast keine
Chance auf einen Job erhält, wenn man sich nicht deren Bedingung
anpasst. Ein krasses Beispiel war - als von einem Betrieb - 120
Euro für Infomaterial zur besetzenden Stelle verlangt wurde.
Man staune aber auch, wenn man im Hotelgewerbe nach einem geeigneten
Job sucht. Anfänglich fragt man sich, warum solche Anbieter
eine Anzeige schalten müssen, um an Bewerber zu kommen,
denn die Anbieter klingen wie die Angebote oft "sehr seriös".
Nach einem Gespräch mit einem der Geschäftsführer,
wurde sehr schnell klar, warum !
"Keine Leute über 33
Jahre, keine Langzeitarbeitslosen und beim Lohn ... sollte man
trotz 3 Schichten auch bescheiden sein. Fazit: ab 3,50 Euro/
Std. - sind sie dabei!"
Angebliches Lohndumping zwinge
viele Arbeitgeber, ihre Gehälter auch dem Dumping entsprechend
anzupassen und kreiseln damit um sich selbst. Kommen wir zu den
gesuchten Reinigungsfachkräften. Hausmeister in Teilzeit
auch auf Pauschalbasis, brauchen wir wohl nicht näher zu
erklären. Reinigungen bei 3 Std./a´7,87 Brutto
täglich, reichen sicherlich nicht wirklich, um so richtig
das Leben zu genießen. Vollzeitjobs im Bereich Reinigung,
sollen überwiegend nur von Langzeitarbeitslosen mit staatlicher
Förderung und Führerschein ausgeführt werden.
Warum dies so ist, könnten sicherlich die schnell gegründeten
Vereine mit der Lizenz zum "Frondienst" beantworten.
Auch im Sicherheitsbereich gibt es wirklich "zumutbare"
Angebote. Einen Arbeitsplatz gibt es doch tatsächlich für
5,10 / bei 12 Std. täglich. Man sollte aber selbst
eine IHK Bescheinigung vorweisen können und einen ausgebildeten
Hund mit Zertifikat haben. Und dass für 5,10 - mit
der Lizenz zum "beißen"?
Nun gibt es aber nicht nur solche
Angebote, wie gerade beschrieben. Nein, ein Elektriker wurde
händeringend gesucht. Doch der Arbeitgeber hat bis heute
keine Nachfrage verzeichnen können - und ist bestimmt nur
im "seriösen" Stellengeschäft untergegangen.
Dieses Thema wird der Sozialticker
weiterhin im Auge behalten und gelegentlich berichten, wie die
Entwicklung des Stellenmarktes in Proportion des Aufschwunges
voranschreitet. Weiterhin werden wir auf Stellengesuche reagieren,
um an die Beantwortung der Frage: "Warum ist dieses Angebot,
keine sozial versicherungspflichtige Arbeitsstelle" - zu
kommen.
Detlef Rochner - Sozialticker
Weitere Informationen finden
Sie unter: http://www.sozialticker.com