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Alle Staatsschulden sind null und nichtig !

von Richard Beiderbeck

Die Schulden des Staates sind ein Zahlungsversprechen, das er es nie und nimmer einlösen kann und wird. Der Staat ist faktisch bankrott. Die Banken wissen das schon lange, und deshalb sind sie zur Zwangsvollstreckung übergegangen. Das Tafelsilber wird verkauft: Die Telecom, die Post, die Bahn, EON, die Staatswohnungen und andere Immobilien, dann vielleicht auch noch die Autobahnen und die Schienen.

In München z. B. wurden 25 000 Quadratmeter in bester Innenstadtlage, auf denen sich Gebäude der Ludwig-
Maximilians-Universität befanden, an Investoren verkauft. Die Gebäude der Universität auf diesem riesigen Areal wurden abgerissen. So fördert der Freistaat Bayern seine Universitäten.

Nun entstehen dort am Alten Botanischen Garten die „Lehnbachgärten“ (unerschwinglich teuere Lofts und Luxuswohnungen, die fast alle mindestens eine Million Euro kosten) und ein Fünf-Sterne-Hotel für arabische Ölmilliardäre, die ihre Frauen nach München zum Shopping fliegen – weil es dort so schön ruhig und sicher ist. So hat das Volk auch was von dem Deal – vorausgesetzt das Volk hat einen Kleiderladen in der Maximilianstraße mit Klamotten von Armani, Versace und Yves St. Laurant; oder es verkauft langweilig gestyltes Glitzerzeug aus Gold und Diamant oder die scheußlichen Bilder von Andy Warhol (ab 10 000 Euro pro Abdruck).

Die Universitätsgebäude am Alten Botanischen Garten gehör-
ten dem Volk. Das wurde nun zugunsten der Millionäre
zwangsenteignet. Jawohl, das findet zur Zeit statt: Die Enteignung des Volkes zu Gunsten der Millionäre. Der
Staat hat sich in die Schuldknechtschaft begeben, und er
muß die Gläubiger bedienen.

Wir Querdenker sagen: Die Staatsschuld existiert nur in den Köpfen der Politiker. Sie ist nicht real. Sie ist nur ein Gespenst, mit dem der Bürger erschreckt werden soll. Die Staatsschuld hat nur so lange Macht über uns , wie wir sie für real halten. Die Kredite, die der Staat aufgenommen hat, sind längst an die Banken und Geldgeber zurückbezahlt – in Form von Zins und Zinseszinszahlungen.

Wenn der Staat heute zu den Banken und Geldgebern sagen würde: „Wir erklären alle Staatsschulden für null und nichtig !“ - was können dann die Banken und Geldgeber dagegen tun ? Sie können vielleicht den Kuckuck ans Bundeskanzleramt kleben. Aber darüber können wir nur lachen, denn wir sind das Volk. Und das Volk ist der Souverän, der einzig wahre Inhaber aller Macht in unserem Staat. Wenn das Volk sagt: „Alle Staats-
schulden sind null und nichtig !“ – wer könnte dem wider-
sprechen ? Für das Volk, den Souverän, liegt klar auf der Hand: Durch die Schulden ist die vom Volk gewählte Regierung nicht mehr Herr im eigenen Staat. Das widerspricht dem Buchstaben und dem Geist des Grundgesetzes. Eigentlich dürfte der Staat überhaupt keine Schulden machen.

Lassen wir uns also durch die 1500 Milliarden Euro, die der deutsche Staat Schulden hat, überhaupt nicht beeindrucken. Diese 1 500 000 000 Millionen Euro sind in Wirklichkeit nur Nullen auf dem Bildschirm. Die Rechnung der Querdenker lautet also:

1 500 000 000 = 0 000 000 000

Wenn hinter einem geschuldeten Betrag genügend viele Nullen stehen, dann ist die Ziffer eine imaginäre Zahl, die eigentlich nur in der Vorstellung, aber nicht in der Realität existiert. Soviel Geld, daß man diese Schulden zurückzahlen kann, gibt es gar nicht – es sei denn man druckt es. Das nennt man dann Hyperinflation.

Wenn der Staat ernsthaft versucht, seine Schulden ohne die Hilfe der Banknotenpresse (übrigens jetzt ja im Besitz von Euroland) zurückzuzahlen, wäre das eine gewaltige Vernichtung von Kaufkraft, die zur Deflation und zur Weltwirtschaftskrise führen würde.

Die Macht des Kapitals über den Staat baut auf dieser imaginären Zahl von 1 500 000 000 auf, und im Namen dieser Zahl wird das Deutsche Volk enteignet. Das Deutsche Volk muß nichts anderes tun, als zu erkennen, daß es keine reale Staatsschuld gibt. Die Staatsschuld ist vergleichbar mit einem hölzernen Götzen, der nur über diejenigen Macht hat, die an seine Macht glauben und ihn anbeten.

„Wir müssen unsere Schulden zurückzahlen – im Interesse unserer Kinder und Enkel“ – heißt es. Selten so gelacht ! Unsere Enkel werden sich einen Dreck um die Schulden scheren, die wir gemacht haben. Selbst Mord verjährt nach dreißig Jahren. Und die Schulden sollen unseren Enkeln und Urenkeln anhängen ?

Und die Kleinsparer ?

Und die armen Kleinsparer, die Bundesschatzbriefe und Kom-
munalobligationen gekauft haben, um ihren Lebensabend zu sichern ? Die werden entschädigt. Wenn der Staat schuldenfrei ist, kann er sich das leisten. Die meisten Schulden hat der Staat aber nicht beim deutschen Kleinsparer, sondern bei in- und ausländischen Banken und Geldgebern.

Was würden die Geldgeber mit dem vielen Geld eigentlich machen, wenn sie es zurückbekämen ? Sie könnten es nur wieder ausleihen. Aber an wen ? An das Volk vielleicht ? Das wäre eine denkbar schlechte Lösung.

Um die Staatsschulden zu streichen, bedarf es nur eines Federstriches. Dazu ist kein Aufstand und keine Revolution erforderlich. Dazu braucht es auch keine neue Regierung.

Der Staat ist schon seit vielen Jahren bankrott

Warum es den Geldgebern in Wirklichkeit geht, ist nicht die Zurückzahlung der Staatschulden. Nein, es geht ihnen um die jährlichen Zinszahlungen, die ja bis zum St. Nimmerleinstag fortlaufen werden, weil der Staat seine Schulden nicht zu-
rückzahlen kann. Aber er zahlt seine jährlichen Zinsen. Genau genommen hat er auch das seit vielen Jahren nicht getan. Sondern er hat nur neue Schulden gemacht, um seine Zinsen zahlen zu können. Also hat er unterm Strich weder Tilgung noch Zinsen bezahlt. Normalerweise nennt man so etwas Bankrott.

Der Staat ist also schon seit vielen Jahren bankrott, aber keiner gesteht es ein. Wenn die Querdenker jetzt also fordern, der Staat soll sich für zahlungsunfähig erklären, so heißt das eigentlich nur, das amtlich zu machen, was schon lange inoffiziell der Fall ist.

Erinnern sie sich noch an den SPD Bundesfinanzminister Alex Möller ? Der trat zurück – wegen einer lächerlich geringen Staatsverschuldung. Aber eigentlich trat er zurück wegen der Defizit-Spending-Politik von Helmut Schmidt. Alex Möller erkannte, wohin eine Verschuldung des Staates führt: Zur faktischen Zahlungsunfähigkeit.

Der Haushalt ist ausgeglichen – so ein Witz !

Wenn der Finanzminister nun mit stolzgeschwellter Brust sagt: „Der Bundeshaushalt ist ausglichen. Die Verschuldung ist
gleich null“, dann klingt das so, als wären jetzt alle Schulden bezahlt. Dabei werden jetzt nur keine neuen Kredite aufge-
nommen, um die Zinsen für die alten Schulden zu zahlen. Ob wirklich auch Kredite getilgt werden ? Mir fehlt der Glaube. Ich habe nämlich noch nichts davon gehört, dass die Staatschuld jetzt kleiner geworden sei – und wenn, dann nur um einen minimalen Prozentsatz.

Der nervus rerum sind die Zinsen

Worum es also hauptsächlich geht, sind die Zinszahlungen.
Die sind für die Geldgeber wichtig. Diese Quelle soll beständig sprudeln, und dank der Anstrengungen des Finanzministers sprudeln sie jetzt auch wieder so richtig.

Der Finanzminister müßte garnicht sagen: „Wir erklären die Staatsschulden für null und nichtig !“ Er müsste nur sagen:
„Die Bundesrepublik setzt die Zinszahlungen für ihre Schulden auf unbestimmte Zeit aus". Die Bundesrepublik erkennt aber die Höhe der Schulden in voller Höhe an und verpflichtet sich, sie in dem Maße zurückzuzahlen, wie es die Haushaltsüberschüsse erlauben.“

Aber wegen der vielfältigen Aufgaben des Staates bleiben leider nie Überschüsse übrig.

Wie wird das Ausland reagieren ?

Wenn nun wir Deutschen auf diese Weise zwar nicht den Staatsbankrott erklären würden (aber faktisch eben doch), wie würde dann das Ausland reagieren ? Immerhin könnte Präsident Bush dann auf die Idee kommen, die alten Feindbilder über die Deutschen wieder verstärkt zu propagieren. Diese Feindbilder sind ja in der angelsächsischen Welt nach wie vor präsent. Der Deutsche (oder Österreicher – welcher Amerikaner kennt schon den Unterschied ?) spielt in den Hollywoodfilmen meist den Bösewicht. Umso erstaunlicher ist die Karriere des Arnold Schwarzenegger, der es vom Terminator zum Gubernator gebracht hat. Die Rolle des Terminators spielt jetzt Präsident Bush. Rumsfeld gab den Rambo.

Wie würde nun der Terminator im Weißen Haus auf die Unbot-
mäßigkeit der Deutschen reagieren ? Würde er seine Bomber in Richtung Berlin in Marsch setzen ? Das könnte er ja gleich vom Flugplatz Ramstein aus tun. Mit den Deutschen hat er sowieso ein Hühnchen zu rupfen, weil sie im Irak nicht mitgemacht haben.

Aber Bangemachen gilt nicht. Denn die USA sind natürlich
auch bei uns in der Kreide. Also bietet sich erst mal an, dass die Amerikaner sagen: „Wenn ihr eure Schulden bei uns nicht zahlt, dann zahlen wir auch unsere Schulden bei euch nicht.“ Das wäre dann wohl ein ziemlich ausgeglichener Deal.

Und die USA und der Rest der Welt

Der Haushalt der USA ist in einer ähnlich desolaten Lage wie jener der Bundesrepublik. Und unseren Europäischen Nachbarn geht es auch nicht besser. Also können eigentlich alle dem Vorbild der Bundesrepublik folgen, und ihre Schulden für null und nichtig erklären. Wer wäre dann der Verlierer ? Nun, diejenigen, die in den vergangenen Zeiten so viel Geld übrig hatten, dass sie es ausleihen konnten: Die Chinesen, die Japaner, die Koreaner und die Ölstaaten am Persischen Golf.

Die Japaner sind inzwischen selbst pleite, aber die Chinesen haben so viel Geld, dass sie sich weltweit einkaufen. Wenn sich der hoch verschuldete Teil der Welt für zahlungsunfähig erklären würde, dann würde es die Gläubigernationen China und Saudi Arabien treffen. Aber die Chinesen schulden dem Westen ungeheure Summen für gestohlene Patente. Das könnte man dann gegen die Schulden aufrechnen. Die Saudi Araber könnten zwar drohen, den Ölhahn zuzudrehen. Aber dann würden ihnen der Rest der Welt den Wasserhahn zudrehen und sie nicht mehr mit Nahrungsmitteln versorgen. Dann würden sie sehen, dass man Rohöl nicht essen kann. Noch nicht einmal als Salatöl ist es zu gebrauchen.

Und die Kapitalisten und Banken ?

Natürlich würde ein allgemeiner Staatsbankrott die Geldgeber und Banken hart treffen – vorausgesetzt, man würde den Besitz der Bürger nicht zur Konkursmasse erklären – nach dem Motto: Völker haften für ihre Regierungen. Aber das befürchte ich nicht, denn: Wo sind die Bataillone der Banken und wo die Polizeibrigaden der Geldgeber ? Das Kapital ist ein scheues Reh, kein starker Löwe.

Nehmen wir an: Alle Banken sind pleite, die Geldanleger haben ihr Vermögen verloren. Auf der andern Seite wäre alle Welt schuldenfrei. Unterm Strich wäre das für die meisten Menschen ein Gewinn. Allerdings wäre für die Konsumidioten und die notorischen Kontoüberzieher und die Kunden der Kredithaie eine drastische Änderung ihres Verhaltens angesagt: Wenn es keine Geldgeber mehr gibt, gibt es keine Kredite mehr und man muß mit dem auskommen, was man einnimmt.

Die Abschaffung der Banken und Kredite – klingt das nicht nach Wiedereinführung des Kommunismus ? Ist der Kommunismus nicht kläglich gescheitert ?

Ja, denn er hat mit unzureichenden und inhumanen Mitteln gearbeitet und er hat die Wirtschaft nicht richtig steuern können. Eine Planwirtschaft ohne ein leistungsfähiges Computernetzwerk kann nicht funktionieren. Jetzt haben wir aber genau dieses. Eine Planwirtschaft wäre heute machbar. Dann würde der Staat und nicht die Investoren und Banken darüber entscheiden, welche Projekte in die Tat umgesetzt werden.

Zum Thema Kommunismus und Planwirtschaft ist das letzte Wort noch nicht geschrieben, sondern vielleicht erst das missglückte Vorwort.

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