Eine offene E-Mail
an Roland Berger:
Guten Tag Herr Berger!
Ihr Auftritt am Sonntag bei Sabine Christiansen hat mal wieder
gezeigt, wo es auch in Zukunft in Deutschland langgehen soll.
Die Sendung mit S. Christiansen ist ja mehr als umstritten und
wird schon von vielen politisch interessierten Personen immer
mehr gemieden.
Auch für mich ist meist der Ablauf der Sendung eher mit
Frust verbunden. Nach dem ich aber bei der ARD nachgehakt hatte
und erfuhr: Frau S. Christiansen hat sich nach dem Manuskript
des ARD-Teams zu richten, bleibt ja kaum für eigene Ansichten
ein Spielraum. Wenn Moderatoren nur nach Pflichtheft Fragen stellen
können und spontane eigene Entscheidungen nicht fällen
können, ist das kein Manko für die Moderatorin S. Christiansen.
Sie hat Ihnen Herr Berger mit großer Deutlichkeit auf die
Schieflage der Löhne hingewiesen, auf die Sie, wie war es
auch nur zu erwarten mit den üblichen Phrasen geantwortet
haben. Nicht verwunderlich, weil Sie ja auch die Unternehmer
vertreten, an denen Sie mit Ihrem Wissen und Tricks sicher ein
gutes Einkommen erwirtschaften.
Wenn also in den Unternehmer der oberen Stufen Lohnzu-
wächse in 2 stelliger Höhe noch auf schon weit überzogenen
Gehälter drauf gepackt wird und der kleine Lohnabhängige
darf um 1-2 % Lohnzuwachs mit aller Macht kämpfen, dann
ist das Herr Berger pure Ausbeutung der Lohnabhängigen mit
staat-
lichem hinwegsehen für diese Ungerechtigkeiten.
Herr Berger, Ihre Einstellung zur Masse des Volkes ist eher beleidigend
und Ihre Äußerung: "Die Mager würden ja
alle eine hervorragende Arbeit leisten und die Millionen jedes
Jahr hart erarbeiten, die sie bekommen, ist glatter Unsinn und
eine Lüge. Sie wissen es und ich weiß es und viele
Bürger im Land wissen es auch. Warum also so einen Schwachsinn
verbreiten, wenn e s nicht in erster Linie um eine Globale Ausbeutung
geht.
Wir müssen
uns mal verdeutlichen, dass es die vielen
fleißigen Lohnabhängigen sind, die den Unternehmern
zu ihrem Reichtum verholfen haben, nicht umgekehrt!
Wegen Ihnen und solchen Firmenbossen, Großaktionären
und Managern wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer,
dass ist schon als kriminell zu bezeichnen und hat mit Ethik
und Vernunft nichts mehr zu tun.
Kein Wunder, wenn im Land der Unmut stetig zunimmt, wenn diejenigen
denen man noch eine Arbeit gibt, auf Grund von Stress jeglichen
Lebensmut verlieren und nicht selten durch Krankheiten für
immer den Arbeitsplatz verlieren.
Die Politiker werden wieder einmal die Unternehmersteuern der
oberen Unternehmer senken und glauben tatsächlich an den
Weihnachtsmann oder lieben Gott, wenn sie der Meinung sind: "Jetzt
werden die Unternehmer mehr Arbeitsplätze schaffen, so blauäugig
war auch ein Gerhard Schröder oder tat nur so, um sich für
die Zeit nach seiner Kanzler Kariere den Weg für mehr Gewinn
ebenen zu können.
Aber Herr Berger, die Generation, die sich noch einschüchtern
hat lassen, die stirbt aus und die nächste Generation sieht
keinen Sinn als fleißige Biene sich ausbeuten zu lassen
und auf dem Sinn des Lebens für immer zu verzichten.
Herr Berger, Sie und Ihres Gleichen werden in Zukunft mit immer
mehr Widerstand zu Rechnen haben und sind unter Umständen
auch für evtl. Gewaltakte der zornigen Bürger mit verantwortlich.
Wer glaubt,
er könne ohne Rücksicht auf Verluste
Menschen zunehmend ausbeuten, der irrt sich, so wie
Sie Herr Berger.
Was sich die Menschen von einem Roland Berger wünschen,
ist hier schnell erklärt:
Versuchen Sie nicht nur für Ihre Auftraggeber die Gewinne
in astronomische Höhen zu treiben, denken Sie immer daran,
dass Lohnabhängige die eigentliche Arbeit nicht immer zu
den besten Arbeitsbedingungen erbringen. Ohne die Arbeiter (fleißigen
Bienen) gebe es keine Reichen die nicht selten überhaupt
wissen, wie schwer das Leben für diese Lohn-
abhängigen meist ist.
Wenn Sie den Menschen im Land und den Politikern drohen, dass
bei einem Mindestlohn die großen Firmen Deutschland den
Rücken zukehren werden, dann sei Ihnen allen gesagt:
"Geht doch Ihr großen Manager und andere Ausbeuter,
wo hin Ihr wollt, Sie mit eingeschlossen!
Aber die Fabriken und Maschinen, für die die Arbeiter geschuftet
haben für eher Taschengeld, die bleiben hier. Dann können
die Menschen arbeiten und bekommen endlich den verdienten Lohn.
Wer als Großaktionär und sicher werden auch Sie Ihr
Insider-
wissen an der Börse entsprechend zu Ihren Gunsten nutzen,
mit purem Nichtstun (Nur angehäuftes Kapital verleihen)
zu noch größerem Reichtum kommen, ist der größte
kriminelle Betrug an den Lohnabhängigen.
So Herr
Berger, dass musste alles mal Ihnen gesagt
werden und ich schreibe im Namen der Mehrheit der
Bürger in Deutschland.
Vielleicht regt es doch zum Nachdenken an, da steigender finanzieller
Gewinn nicht selten das Bewusstsein für Vernunft, Ethik
und Menschlichkeit über das Maß hinaus trübt.
Im Grunde sind Sie Herr Berger ein netter Typ, mit dem man ohne
weiteres gerne mal ein Bier trinken würde und über
so manches Diskutieren, wenn da nicht leider noch zu Zeit ein
fragwürdiger Charakter diesem Wunsch entgegen stehen würde.
Trotzdem!
Einen lieben Gruß aus der Mensch trau Dich Zentrale
von
Edward Grossmann
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