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AKTUELL 2006

 
Das Gefühl der Ohnmacht!
Von Edward Grossmann

Wer am Sonntag die Sendung mit Sabine Christiansen an-
gesehen hat und sich ein wenig auskennt, wie diese Sen-
dungen aufgebaut werden, hätte sich - wie so oft - diese Zeit sparen können, da neue Erkenntnisse nicht zu erwarten
waren.

Es werden immer wieder dieselben Fehler gemacht, in dem
die Ursachenforschung und Hintergründe für alle Themen viel
zu kurz kommen oder sogar peinlichst vermieden werden, weshalb Menschen sich zu Gewalttaten hinreißen lassen.
Nun der Grund dafür ist leicht gefunden:

Menschen, die im Besitz ihres geistigen Wissens sind, die
sehr wohl über Recht und Unrecht urteilen können und dann doch sich für Gewalttaten entscheiden, scheinen für sich
selbst keine anderen Möglichkeiten zu sehen ihre Probleme
zu lösen. Es ist diese Ohnmacht, die Menschen so weit in
die Ecke drängt, dass sie keine andere Möglichkeit, als die Gegengewalt als letztes Mittel zu sehen.

Nun können wir uns die Frage stellen: Wenn die politische Situation in Deutschland eine ganz andere gewesen wäre,
wenn es überhaupt keinen Grund gegeben hätte für die Bil-
dung der RAF, wie hätte sich die Geschichte des Terroris-
mus gegen die Staatsmacht dann entwickelt?

Hier wird nach meiner Meinung viel zu wenig das damalige - und das gilt natürlich auch für das gegenwärtige - System,
in den Ursachen geforscht und Ungerechtigkeiten eingestan-
den.

Solange die Gesellschaft, die die Normen für das Zusam-
menleben von Menschen organisiert, die für Recht und Menschenwürde stehen, einen großen Teil der Bevölkerung
in die niedrige 2. Klasse abstuft, solange wird sich bei diesen ausgegrenzten Menschen in verschiedener Stärke leider ein Ohnmachtsgefühl entwickeln.

Fazit: Wir wissen also, wieso Menschen Gewalt ausüben können. Wir sind aber nicht bereit, negative Bedingungen in einem System zu beseitigen. Auch dafür – denke ich - ist
der Grund bestens bekannt. Wer die Vorteile der Macht und
des materiellen Reichtums geniest, wird alles unternehmen,
um beides zu behalten. Auch hier wird gemordet, werden Personen, die diesen „kranken“ Reichen, Machtbesessenen
zu gefährlich werden können, geradewegs aus den Verkehr gezogen, oder weggesperrt.

Recht und Gerechtigkeit und Menschenwürde kann an-
scheinend nicht für alle Menschen geltend gemacht wer-
den, weil dann zwangsläufig den Reichen die Macht und
der Überfluss des materiellen Reichtums zum größten Teil entgleitet. Also wird das System mit allen Mitteln eine Veränderung zu Ungunsten des Kapitals und der Macht-
ausübung verhindern.

Solange hier nicht alles unternommen wird, die Gründe, die
die Gewaltanwendung als letztes Mittel zum Ausbruch bringt, zu unterbinden, solange wird es sehr wahrscheinlich Opfer
und Täter geben.

Die Opfer werden ihr restliches Leben mit diesen schreck-
lichen Erlebnissen weiter leben müssen, und keiner kann
ihnen bei der Bewältigung vom körperlichen und psychischen Schmerzen so richtig helfen und zur Seite stehen.

Nicht selten müssen diese Menschen auch noch über Jahre hinweg für ihre Rechte auf Entschädigung kämpfen.

Und was passiert mit den Tätern? Die werden im Strafvollzug weggesperrt mit anderen Gewalttätern und sollen für ihre Taten büssen.

Nun, wer sich zu Straftaten und Gewaltanwendung - egal aus welchen Gründen - hinreißen lässt, muss natürlich an weiteren Taten gehindert werden und für die Allgemeinheit weggesperrt werden.

Soweit sicher richtig und vernünftig.

Aber was passiert mit diesen Menschen, die vom Gesetzgeber eingesperrt werden? Hier beginnt doch gerade für Ersttäter eine quasi „Lehre“ für tägliche Gewaltausübung in den Gefängnissen. Wer schon aus Labilität und Manipulierbarkeit sich zur Straf-
taten hat hinreißen lassen, bekommt im Gefängnis – nach meiner Kenntnis – leicht gratis „Unterricht“ für professionelle Gewaltanwendung.

Hier sollte der Gesetzgeber sich mal ernsthaft Gedanken machen, wie es verhindert werden kann, dass Menschen,
die einmal straffällig geworden sind, sich in Zukunft nicht
mehr dazu verleiten lassen.

Für die Redakteure, die solche Politsendungen ausarbeiten, hätte ich den Wunsch, dass sie den Mut aufbringen unsere Gesellschaft selbstkritisch zu durchleuchten. Damit die Erkenntnis, weshalb Menschen Gewalt anwenden, nicht vergessen wird und das diese Erkenntnis als Ursache für
Gewalt anerkannt wird.

Nur mit der Erkenntnis der Ursachen könnte Straftaten der verschiedensten Art - nach meiner Meinung – entgegenge-
wirkt werden. Dies müsste in jedem Fall friedlich und nicht
mit Gegengewalt geschehen, um die Spirale von Gewalt
nicht weiter anzuheizen.

Das im Grundgesetz keine 100%ige lebenslängliche Verbü-
ßung einer Strafe gesetzlich verankert ist, ist in einer Gesell-
schaft, die sich verpflichtet hat, die Würde des Menschen
per Gesetz zu achten und auch die Ethik in den Vordergrund stellt, ausgezeichnet und bestimmt auch richtig.

Wenn nicht die allgemeine Liebe überall als die höchste Wertstellung für uns Menschen, als das höchste Gut aner-
kannt wird, und wenn wir auch nicht - wenn es noch so sehr schwer fällt - die Bereitschaft zum gegenseitigen Verzeihen aufbringen können, dann wird es uns nie gelingen für ein fried-
liches Miteinander im Leben die notwendigen Weichen zu stellen.

Für die jüngere Generation, die wahrscheinlich mit dem Begriff „RAF“ nur sehr wenig anfangen kann, da ja auch in Schulen im Unterricht dieses dunkele Kapitel "Deutsche Terroristen" wenig angesprochen wird, möchte ich mit den nachfolgenden Links
die nach meiner Meinung hilfreiche Aufklärung anbieten.

ACHTUNG! Wer die Links anklickt, kommt mit dem "Pfeil zurück"
wieder auf diese Seite!

http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Armee_Fraktion

http://www.rafinfo.de

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BaaderAndreas/

http://www.rav.de/infobrief94/mueller.htm

http://www.stern.de/politik/historie/513184.html?eid=513206

http://www.polixea-portal.de

Die Geschichte der RAF zeigt ganz deutlich, dass es keinen Sinn macht, ein System das sich einem Teil der Bevölkerung sehr negativ entgegenstellt, nicht mit Gewalt bekämpft werden kann. Hier kann sehr gut die Einsicht gewonnen werden, dass für positive Veränderungen, für ein besseres Miteinander in Menschenwürde nur eine gewaltfreie Möglichkeit infrage kommt.

Alle Gewaltakte werden gerade die Politiker, die für die innere Sicherheit die Verantwortung übernommen haben, mit aller Macht des Staatsapparates sich zu Wehr setzen. Hier besteht die Gefahr, dass sehr schnell neue Gesetze die Meinungs-
freiheit zunehmend einschränken und den positiven freien
Willen des einzelnen nicht mehr zulassen.

Mit Gewalt wird also nur das Gegenteil erreicht und daraus resultiert:

Wenn wir gewaltfrei, aber mit Zivilen-Ungehorsam und friedli-
chen
Verweigerungen uns für eine Gesellschaft der Gerech-
tigkeit für alle Bürger einsetzen, hat der Staatapparat nicht
die Macht auf Dauer das zu verhindern. Der Staat ist das Volk, das die Personen für die Staatsausübung wählt. Ich wünsche mir auch, dass nur wichtige Posten in der Regierung, maximal 2-mal sich der Wahl stellen dürfen. Was passiert, wenn ein-
zelne Politiker den Freibrief bekommen, immer wieder von der Parteibasis nominiert zu werden, sieht man derzeit in Bayern.

Die Demokratie ist natürlich immer noch verbesserungswürdig, aber sie ist die beste Möglichkeit für eine Gesellschaft sich für Recht und Freiheit einzusetzen.




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