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Nachrichten & Infos!


gesammelt von Edward Grossmann

Aktuell vom 08.07.2008

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 »Solidarisch« ist anders

Die Linke besteht in ihrem Zehn-Punkte-Rentenprogramm auf der Unterscheidung zwischen »Mindestrente« und »Grundsicherung«

Von Rainer Balcerowiak

Es ist eine Zeitbombe, und ihr Ticken wird stetig lauter. In Deutschland droht eine bislang kaum vorstellbare Welle von Altersarmut. Sinkende Reallöhne, strukturelle Massenerwerbslosigkeit über lange Zeiträume, die zunehmende Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse und massive Absenkungen der Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben dazu geführt, daß Millionen Rentner in den kommenden Jahrzehnten mit Altersbezügen rechnen müssen, die das Niveau der sogenannten Altersgrundsicherung, die den Hartz-IV-Sätzen entspricht, nicht übersteigen werden.

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http://www.jungewelt.de/2008/07-08/032.php


 Vergiftet und verkauft

Berlin: Das landeseigene Unternehmen Gewobag verkaufte Wohnungen, ohne auf verseuchten Boden hinzuweisen. Senat an Aufklärung wenig interessiert

Von Conny Liedtke

Im Zivilprozeß von Fondsanlegern gegen die Berliner Wohnungsbaugesellschaft Gewobag wird am heutigen Dienstag möglicherweise ein Urteil verkündet. Die Kläger fordern Schadenersatz in Höhe von 43 Millionen Euro, da ihnen die landeseigene Firma beim Kauf ihrer Anteile an einer Wohnanlage im Jahr 1994 verschwiegen haben soll, daß das Grundstück mit Industriegiften verseucht war. In den 90er Jahren hatte das Unternehmen Anteile an Wohnanlagen sowie Eigentumswohnungen auf dem Gelände des 1953 abgerissenen Gaswerkes Tegel im Bezirk Reinickendorf verkauft, ohne die Käufer auf die damit verbundenen Umweltrisiken hinzuweisen. Als Wohnungskäufer von der Kontaminierung erfuhren und vor Gericht auf Rückabwicklung der Verträge klagten, stritt die Gewobag in jahrelangen Prozessen und bis zur höchsten Instanz ab, von der Verseuchung gewußt zu haben.

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http://www.jungewelt.de/2008/07-08/062.php


 

 Proteste gegen G-8-Gipfel

 

In Japan hat am Montag eine Zusammenkunft der acht größten Industriestaaten begonnen. Wie inzwischen seit vielen Jahren üblich, wird dieser G-8-Gipfel von internationalen Protesten begleitet. Am Samstag hatte es in Sapporo, der zum Tagungsort Toyako nächstgelegenen größeren Stadt, eine Demonstration mit 5000 Teilnehmern gegeben, die von einem massiven Polizeiaufgebot behindert wurde. Am Montag verlagerten sich die Proteste mehr in Richtung des Luxushotels im ländlichen Toyako, in dem die Staats- und Regierungschefs tagen. In etwa 30 Kilometer Entfernung vom Hotel wurden drei Camps errichtet, in denen etwa 1000 G-8-Gegner untergebracht sind. Montag nachmittag zogen von dort Trupps los, die versuchen wollten, möglichst nahe an Toyako heranzukommen. Die japanische Regierung hat unterdessen nicht nur große Polizeikräfte zusammengezogen, sondern setzt auch mehrere Kampfjets und Kriegsschiffe ein. Wie in Deutschland werden der Gipfelprotest und eine imaginäre terroristische Gefahr genutzt, um die Zusammenarbeit zwischen Militär und Polizei hoffähig zu machen.


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http://www.jungewelt.de/2008/07-08/052.php


 Schäubles Grenzregime


EU-Innen- und Justizminister beraten weitere Abschottungsmaßnahmen. Deutschland an der Seite Sarkozys. Spanien setzt Legalisierungsmöglichkeit für »nützliche« Migranten durch

Von Ulla Jelpke

Die Innen- und Justizminister der Europäischen Union (EU) vereinbarten gestern auf einem informellen Treffen in Cannes eine weitere Verschärfung der Abschottungspolitik gegen Flüchtlinge und Migranten. Der seit 1. Juli 2008 für ein halbes Jahr als EU-Ratspräsident amtierende französische Staatschef Nicolas Sarkozy erklärte, die Begrenzung »erlittener« Einwanderung habe Priorität. Sarkozy bereitete einen »Einwanderungspakt« vor, über den im Oktober formell abgestimmt werden soll.

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http://www.jungewelt.de/2008/07-08/061.php


 Poker bis zum Finale

BRAVO BRAVO BRAVO UND DANKE AN POLEN!

Polen lehnt US-Angebot zur Stationierung der Raketenabwehr ab

Von Tomasz Konicz, Poznan

Im Verhandlungspoker um die Stationierung einer US-Raketenabwehr in Polen werden die Einsätze erhöht. Man sei »geschockt« und »sehr enttäuscht« über die Haltung der polnischen Regierung, erklärte ein namentlich nicht genannter hochgestellter Mitarbeiter der Bush-Administration gegenüber der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Der polnische Regierungschef Donald Tusk hatte am Freitag erklärt, die als »allerletztes Angebot« deklarierte US-Offerte zur Stationierung von zehn Abwehrraketen in Nordpolen sei »nicht ausreichend« und müsse abgelehnt werden. Quellen aus dem polnischen Außenministerium ließen gegenüber der PAP durchsickern, daß die Gespräche mit den USA zwar andauern, doch habe es die amerikanische Seite »sehr schlecht aufgenommen«, daß Tusk die US-Offerte ausgerechnet am amerikanischen Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli, ablehnte.

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http://www.jungewelt.de/2008/07-08/043.php

 



 Die Biospritlüge


In der Europäischen Union bahnt sich ein Kursschwenk in Sachen Agrotreibstoff an. Ziel einer Mindestbeimischung von zehn Prozent wird aufgegeben

Von Rainer Balcerowiak

In der EU bahnt sich ein markanter Kurswechsel an. Noch am Freitag hörte man aus Brüssel, daß an dem Ziel, den Anteil von Agrosprit am gesamten Treibstoffverbrauch bis 2020 auf zehn Prozent zu steigern, festgehalten werden solle Einen Tag später war das bereits Makulatur. Die Energieminister der EU-Staaten sprachen sich am Wochenende auf ihrer Tagung in Saint Cloud dafür aus, vorrangig nach anderen Möglichkeiten zu suchen, den treibstoffbedingten CO2-Ausstoß zu verringern. Das teilte der französische Energieminister und amtierende EU-Ratsvorsitzende Jean-Louis Borloo zum Abschluß des Treffens in Saint-Cloud mit. Alternativ sollen mit Strom oder Wasserstoff betriebene Autos zum Einsatz kommen.

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http://www.jungewelt.de/2008/07-08/011.php




 Erhöhtes Risiko für Beschäftigte


Wissenschaftler kritisiert neoliberale Regierungspläne zu Investivlohn

Von Marcus Schwarzbach

Bei einem Thema ist sich die große Koalition schnell einig geworden: Der »Investivlohn« soll gefördert werden. Die Beteiligung am Kapital des Unternehmens, mit dem ein Arbeitsverhältnis besteht, soll eine verbesserte Teilhabe sicherstellen, so das Credo von CDU und SPD. Der Wirtschaftswissenschaftler Jan Priewe bezweifelt in einer neuen Untersuchung diese Vorgaben. Die Risiken für die Beschäftigten überwiegen seiner Analyse zufolge, wie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung, die die Auswertungen unterstützt hat, betont.

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 Scheinheilige Atomkampagne

Hans-Kurt Hill, energiepolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, erklärt zur anhaltenden Debatte um die Atomenergienutzung:


Ein schnellstmöglicher Ausstieg aus der Atomenergie bleibt unverzichtbar. Teurer Strom macht marode Atommeiler nicht sicherer. Einziger Garant für sinkende Strompreise ist der zügige Ausbau erneuerbarer Energien. Wer wie die CDU/CSU dem gefährlichen Uran-Strom das Wort redet, sichert nur die jetzige Marktmacht der Energie-Monopolisten, die für hohe Strompreise verantwortlich sind.

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http://www.jungewelt.de/2008/07-08/039.php


Minimaloffensive

Pakistans Armee eröffnet Nebenkriegsschauplatz in Stammesgebieten. Regierung meldet kampflose »Siege«. Zeitungen sprechen von Schwindel

Von Knut Mellenthin

Mit großem propagandistischen Aufwand hat die pakistanische Armee am 27. Juni eine Offensive gegen angebliche Taliban-Anhänger begonnen. Bis Freitag vergangener Woche wurden dabei insgesamt 220 Menschen festgenommen, viele wegen Verletzung der ganztägigen Ausgangssperre, die über das Operationsgebiet verhängt worden ist. Zu Kämpfen ist es bisher nicht gekommen, es gab folglich auch beiderseits keine Verluste. Die bewaffneten Anhänger der Laschkar-i-Islam, der die Offensive anscheinend in erster Linie gilt, wurden rechtzeitig informiert und haben sich in das abgelegene Tirah-Tal zurückgezogen. Dort empfing ihr Chef, Mangal Bagh, Journalisten und erklärte ihnen, er habe seine Anhänger angewiesen, sich nicht auf Kämpfe einzulassen: »Wir werden die Truppen nicht angreifen, selbst wenn sie unsere Häuser zerstören. Wir haben mit illegalen Aktivitäten nichts zu tun. Unsere Organisation arbeitet für die Reform der Gesellschaft und die Beseitigung sozialer Übel.« Seine mittlerweile verbotene Laschkar-i-Islam habe keine Beziehungen zu Al-Qaida, den Taliban oder anderen militanten Organisationen.

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http://www.jungewelt.de/2008/07-07/006.php


Auf Treibsand gebaut

Von Rainer Roth

Der Grundeinkommen-Kongress in Basel 2007 stand unter dem Motto »Bedingungslos und existenzsichernd: Das Grundeinkommen als Menschenrecht!« Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) als Menschenrecht knüpft an die Tradition der bürgerlichen Revolutionen des 18. Jahrhunderts in Nordamerika und Frankreich an. Die Proklamation von Menschenrechten war gegenüber der Feudalaristokratie von Gottes Gnaden zweifellos ein Fortschritt. Robespierre versuchte 1793 als Erster sogar ein Recht auf Existenzmittel für alle Mitglieder der Gesellschaft in der Verfassung zu verankern. Er scheiterte. Die Verfassung von 1793 sah nur das uneingeschränkte Menschenrecht auf Privateigentum vor. Die Menschenrechte der bürgerlichen Revolution waren letztlich die Rechte einer Minderheit von Menschen, der Privateigentümer. Menschenrechte schlossen deshalb von Anfang an Lohnabhängigkeit und die Armut der Massen ein. Um Lohnsklaverei und Armut abzusichern, verbot die bürgerliche französische Revolution Vereinigungen von Arbeitern, ebenso Streiks. Veränderungen der Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden zu fordern, wurde seit 1793 mit dem Tode bestraft. Menschenrechte beschränkten sich auf Männer. Frauen wurde jede politische Betätigung verboten. In Nordamerika waren die Menschenrechte sogar mit Sklaverei vereinbar. Thomas Jefferson, der Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, war Sklavenhalter. Auch wenn sich seither viel verändert hat, das wichtigste Menschenrecht der bürgerlichen Gesellschaft, hinter das alle anderen Rechte zurücktreten, ist nach wie vor das Recht auf Privateigentum, das eben das Recht auf Ausbeutung und Entlassung von LohnarbeiterInnen, das Recht auf maßlosen Reichtum und gleichzeitiger Produktion von Armut einschließt.

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http://www.neues-deutschland.de


 

 

 

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