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Nachrichten & Infos!


gesammelt von Edward Grossmann

Aktuell vom 04.07.2008

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 Mehr Geld für Krieg

Militärausgaben steigen schneller als geplant: Bundeswehr soll laut Haushaltsentwurf 2009 erheblich mehr Mittel bekommen. Auch Innenminister Schäuble langt zu

Von Frank Brendle

Alles wird teurer, auch das Kriegführen: Die Militärausgaben sollen im kommenden Jahr überproportional ansteigen. Das geht aus dem Entwurf des Bundeshaushaltes für 2009 hervor, den Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) am Mittwoch in Berlin vorstellte. Statt 29,3 Milliarden Euro wie in diesem Jahr soll die Bundeswehr dann 31,1 Milliarden Euro erhalten. Das ist eine Steigerung um 5,6 Prozent.

Die Gesamtausgaben des Bundes steigen dagegen nur um 1,8 Prozent auf 288,4 Milliarden. Nach dem Etat für Arbeit und Soziales, der fast die Hälfte des Gesamthaushalts ausmacht, und den Ausgaben für Zinszahlungen steht der sogenannte Verteidigungs­haushalt an dritter Stelle. Als Grund für die Erhöhung nannte Steinbrück gestern vor allem die Ausgaben für die Flugbereitschaft, die Auslandseinsätze und die kürzlich beschlossene Anhebung des Wehrsoldes.

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http://www.jungewelt.de/2008/07-03/056.php


 Das Finanzparadies

Im Bankenviertel »City of London« herrschen optimale Bedingungen für das mehrungssüchtige Kapital. Deregulierung des Finanzmarktes und Erarbeiten von profitfördernden globalen Standards für Geschäfts- und Steuerpraktiken garantieren Maximalprofite

Von Werner Rügemer

Was gemeinhin als »London« bezeichnet wird, besteht verwaltungsmäßig aus zwei ungleichen Teilen: »Greater London« umfaßt 610 Quadratmeilen (zirka 1586 Quadratkilometer, während »City of London« im Herzen der britischen Metropole gerade einmal eine einzige Quadratmeile, also 2,6 Quadratkilometer umfaßt. Doch hier agiert die größte Finanzoase der Welt. »Finanzoase« bedeutet nicht nur, wie es meist verstanden wird, Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Vielmehr wirken hier private und staatliche Finanzakteure zusammen, die alle Reste des regulierten Kapitalismus in Europa und weltweit endgültig aushebeln wollen.

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http://www.jungewelt.de/2008/07-03/004.php


 

 Busfahrer stürmen Die Linke

Über 150 Beschäftigte der Saarbahn AG quittieren Privatisierungspläne und Maulkorb mit Parteieintritt

Von Wera Richter

In Saarbrücken sind mehr als 150 Busfahrer in die Linkspartei eingetreten. Darunter der Betriebsratsvorsitzende der Saarbahn AG, Winfried Jung, der am Mittwoch gegenüber AP bestätigte, daß mehr als die Hälfte seiner 300köpfigen Belegschaft diesen Schritt gegangen ist. Es gebe eine Reihe von Mosaiksteinchen, die dazu geführt hätten, so Jung gegenüber der Saarbrücker Zeitung (SZ) am Mittwoch. Einer der größeren dürfte der geplante Verkauf der Stadtwerke sein. »Jetzt will man 49 Prozent veräußern, und was geschieht dann mit dem Rest?«, will der Betriebsratsvorsitzende wissen. Der saarländische Landesvorsitzende der Linken, Rolf Linsler, der die Kollegen heute gemeinsam mit Linksparteichef Oskar Lafontaine vor der Presse in der Partei begrüßen will, meinte, die Geschäftsführung dürfe sich nicht wundern: »Jeder wird halt nach dem beurteilt, was hinten rauskommt«. Deren erster Vorschlag sei die Privatisierung gewesen, und nun plane man auch noch die Ausdünnung des Saarbrücker Liniensystems, so Linsler in der SZ. Die Leute würden immer mehr verunsichert.


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http://www.jungewelt.de/2008/07-03/067.php


 GBM wehrt sich

Bezirksamt will Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde Räume verweigern

Von Claudia Wangerin

Die Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e.V. (GBM) setzt sich gegen den Rausschmiß aus öffentlichen Räumen im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick und andere Versuche der Ausgrenzung zur Wehr. Über 200 Mitglieder und Unterstützer der Organisation, darunter auch Schriftstellerin Gisela Steineckert, Rechtsanwalt Friedrich Wolff und die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke von der Partei Die Linke, kamen am Dienstag nachmittag im Berliner ND-Gebäude zusammen, um ihre Solidarität zu bekunden.

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http://www.jungewelt.de/2008/07-03/055.php


 »Gängige Protestformen kaum mehr wahrgenommen«


In Darmstadt dankten Rentnerinnen und Rentner der Bundesregierung für deren vorbildliche Sozialpolitik. Ein Gespräch mit Walter Erb

Interview: Gitta Düperthal

Walter Erb ist Rentner, ehrenamtlicher Sprecher des DGB-Stadtverbandes in Darmstadt und einer der Initiatoren des Rentner-Danktags
Die Gewerkschaften DGB und ver.di, der Sozialverband VdK, der AStA der Hochschule Darmstadt und ATTAC hatten den 1. Juli zum Rentner-Danktag ernannt. Sie bedankten sich für alle Unverschämtheiten, die die Bundesregierung ihnen angetan hat ...

Ja, wir empfanden die Erhöhung der ursprünglich vorgesehenen Rentenanpassung von 0,46 auf 1,1 Prozent als Groteske. Vor allem, wenn man dies vor dem Hintergrund der realen Einkommensverluste der Rentner in den letzten fünf Jahren betrachtet. Geärgert haben uns nicht nur die realen Verluste für die älteren Menschen, sondern auch die Art, wie diese kommuniziert werden. Wider besseres Wissen wird im Fernsehen und anderen Medien behauptet, der Aufschwung sei unten angekommen. Als altes SPD-Mitglied, seit mehr als 40 Jahren, regt mich das auf.

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http://www.jungewelt.de/2008/07-03/029.php

 



 Geschichtslücken in Hiroshima


Vor dem G-8-Treffen in Japan: Mehrere Staats- und Regierungschefs lehnen Besuch des Friedensmuseums ab

Von Thalif Deen (IPS), New York

Die acht großen Industrienationen (G8) haben für die Zeit ihres Gipfeltreffens in Hokkaido vom 7. bis zum 9. Juli einen gemeinsamen Besuch des Friedensmuseums in Hiroshima trotz einer Einladung nicht vorgesehen. Das Museum erinnert an den Atombombenangriff auf die Stadt durch die US-Luftwaffe Anfang August 1945. Für Befürworter der nuklearen Abrüstung ist das offensichtliche Desinteresse der Staats- und Regierungschefs ein offener Affront.

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 Medienliebling und Marktfundamentalist


USA: Präsidentschaftskandidat der Republikaner John McCain steht für Verschärfung der Bush-Politik

Von Tomasz Konicz

Der progressive Medienaktivist Peter Hart ging jüngst mit den US-amerikanischen Massenmedien hart ins Gericht. Verfolge man den Wahlkampf des konservativen Präsidentschaftskandidaten John McCain (Republikaner) in den von Großkonzernen dominierten Fernsehsendern, so entstünde der Eindruck, er sei ein rebellischer Einzelgänger, der seine eigene Agenda verfolge und seinen Überzeugungen treu bleibe. »Die Realität erzählt aber eine ganz andere Geschichte«, so Hart, der für die medienkritische Organisation FAIR arbeitet. »Die Presse liebt McCain. Wir sind seine Basis«, zitierte Hart den NBC-Nachrichtensprecher Chris Matthews.

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 Wankende Autoriesen

Ölpreisschock, Finanzkrise, falsche Modelle: Die US-Hersteller stecken in der tiefsten Krise ihrer Geschichte, und General Motors könnte bald pleite sein

Von Ronald Fuchs


Der explodierende Ölpreis bringt die Autoindustrie an den Rand des Abgrunds. Besonders betroffen sind die US-Autobauer mit ihren spritfressenden und damit nicht zeitgemäßen Modellen. Im Juni 2008 sank die Zahl der verkauften Fahrzeuge auf 1,189 Millionen Stück – 18,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Auf das gesamte Jahr hochgerechnet werden nur noch 13,64 Millionen Autoverkäufe erwartet. Der Zehnjahresdurchschnitt liegt hier bei 16,8 Millionen verkaufter Autos. Die Lage ist brisant.

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»Wir stehen voll hinter Oskar und seiner Politik«

Lafontaine begrüßt 220 Saarbahner in der Partei Die Linke – inklusive des kompletten Betriebsrats. Ein Gespräch mit Winfried Jung

Interview: Ralf Wurzbacher

Winfried Jung ist Betriebsratsvorsitzender bei der Saarbahn GmbH in Saarbrücken

Ein Großteil der Belegschaft der Saarbahn GmbH ist geschlossen und begleitet von einigem Medienrummel in die Partei Die Linke eingetreten. Bundesparteichef Oskar Lafontaine war gestern persönlich in Saarbrücken, um die frohe Botschaft vor Pressevertretern zu verkünden. Wie viele Beschäftigte sind Ihnen in die Linke gefolgt?
Die anfangs verbreitete Zahl von 150 muß deutlich nach oben korrigiert werden. Tatsächlich gehören seit gestern 220 der 300 Kollegen der Linkspartei an. Darunter befindet sich auch der komplette Betriebsrat.

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EZB reitet Zinsattacke

Zentralbank verteuert das Geld und erntet geteiltes Echo. Schwache US-Währung könnte Inflation verstärken. Ölpreis knackt 145-Dollar-Marke

Von Klaus Fischer

Es war Aktionismus per Ansage: Am Donnerstag verkündete die Europäische Zentralbank (EZB), daß sie den maßgeblichen Leitzins für den Euroraum um 25 Basis­punkte auf nummehr 4,25 Prozent erhöhen wird. Der Schritt sei wegen der spürbar gestiegenen Inflation notwendig geworden, sagte EZB-Chef Jean-Claude Trichet im Anschluß an die turnusmäßige Ratssitzung in Frankfurt/Main.

Der Preisdruck hatte in den zurückliegenden Monaten ständig zugenommen und war mehrfach deutlich über die von der EZB definierte tolerierbare Inflationsobergrenze von zwei Prozent gestiegen. Zuletzt wurde vom Europäischen Statistikamt eine Teuerungsrate von vier Prozent registriert, nachdem diese im Mai bei 3,7 und im April bei 3,3 Prozent gelegen hatte.

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